Page 28 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Januar-Ausgabe 2025
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PERSONALIEN
2007 bis 2021 an. Eine besondere Herausforderung war die Tä- Viele Jahre war er Mitglied der ständigen Konferenz der Bun-
tigkeit als Vorsitzender des Schlichtungsausschusses. Dieser desärztekammer und bis 2021 Vorsitzender der HNO- und der
wird immer dann einberufen, wenn es Probleme unter den Ärz- Phoniatrie-Pädaudiologie Fachkommission.
ten gibt. Gerade in der Nachwendezeit in der Phase der Um- Seit 2015 ist er Fachsprachenprüfer für die ausländischen Kol-
strukturierung des Gesundheitswesens gab es viel zu tun. legen in Mecklenburg-Vorpommern.
Dr. Wiegels konnte mit großem Sachverstand und Souveränität Ich wünsche Kollegen Henning Wiegels weiterhin ein erfülltes
diese Sitzungen leiten. Leben im Kreise seiner Familie und Erfolg bei seinen ärztlichen
Die Kammerversammlung hat Dr. Wiegels in den Aufsichtsaus- und nichtärztlichen Aufgaben.
schuss der Ärzteversorgung gewählt, dessen stellvertretender
Vorsitzender er von 1994 bis 2021 war. Prof. Dr. med. habil. Burkhard Kramp
In memoriam Prof. Dr. med. habil.
Hans Joachim Stolpe (1936 – 2024)
Die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erste Spezialambulanz für Kindernephrologie im
der Pädiatrischen Nephrologie der Universitäts- Nordosten Deutschlands.
kinderklinik Rostock trauern um Prof. Dr. med. Neben seiner Tätigkeit als immer einsatzbereiter
habil. Hans Joachim Stolpe, Gründungsvater und leidenschaftlicher Kinderarzt verschrieb sich
und prominentester Vertreter der Pädiatrischen Prof. Stolpe auch der studentischen Ausbildung
Kindernephrologie in Mecklenburg-Vorpommern und der wissenschaftlichen Forschung.
und darüber hinaus international anerkannter Schon 1968 wurde er mit der Vorlesung des Teilge-
Arzt und Wissenschaftler. Sein schaffensreiches, bietes Kindernephrologie in der Pädiatrie-Haupt-
erfülltes Leben war geprägt von hohem persönli- vorlesung beauftragt. Generationen von Studen-
chen Anspruch und großem Pflichtbewusstsein. ten hat er in klarer Diktion die Pädiatrische Neph-
Prof. Dr. med. habil. Hans Joachim Stolpe, gebo- rologie nahegebracht. Seine Vorlesungen waren
ren am 28. Juni 1936 in Korsenz (Niederschlesien) Foto: privat überaus beliebt.
verstarb am 28. Oktober 2024 nach schwerer 1983 habilitierte Prof. Stolpe sich mit N analyti-
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Krankheit im 89. Lebensjahr. schen Untersuchungen zu speziellen Problemen
Während des Krieges flüchtete seine Familie unter großen Ent- des Stickstoffmetabolismus im Kindesalter.
behrungen nach Mecklenburg. In Bad Sülze fanden sie ihre zwei- 1989 wurde er zum außerordentlichen Hochschuldozenten und
te Heimat. Nach Abitur, Studium der Humanmedizin an der Uni- nach der politischen Wende 1992 zum C3 Professor für Kinderne-
versität Rostock und Assistentenjahren in der Urologischen Uni- phrologie berufen.
versitätsklinik erfüllte sich Prof. Stolpe mit seinem Wechsel an Als akademischem Lehrer war es Prof. Stolpe ein besonderes An-
die Universitätskinderklinik Rostock seinen Berufswunsch, Kin- liegen, den Kontext zwischen Forschung, Lehre und Patientenbe-
derarzt zu werden. treuung aufrechtzuerhalten, wobei Letzteres ihn ganz besonders
1966 übernahm Prof. Stolpe auf Wunsch des damaligen Direktors auszeichnete. Prof. Stolpe war Arzt aus Leidenschaft und suchte
der Universitäts- Kinder- und Jugendklinik (UKJ) Prof. Dr. med. trotz zahlreicher anderer Verpflichtungen immer den Kontakt zu
habil. Heinrich Kirchmair als Stationsarzt die neu eröffnete Spe- seinen Patienten. Er war ihnen und ihren Angehörigen bei jeder
zialstation für nierenkranke Kinder. In dieser neuen Wirkungs- Begegnung stets intensiv zugewandt und immer ansprechbar.
stätte legte er den Grundstein für die Pädiatrische Kinderneph- Sein besonderes wissenschaftliches Interesse galt der akuten
rologie im damaligen Bezirk Rostock. Innovativ etablierte er die und chronischen Niereninsuffizienz im Kindesalter, ihrer Patho-
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