Page 19 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Februar 2026
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KULTUR



      Neue Ausstellung in der Ärztekammer MV:
      „Das leere Sprechzimmer – Remigration?


      (K)eine Rückkehr in das Land der Täter?“





      Der Begriff „Remigration“ be-                                                   wenn das  Land, die Men-
      zeichnet in der Migrations-                                                     schen, das eigene Leben
      und  Exilforschung  die  Rück-                                                  nicht mehr vergleichbar sind
      kehr von Menschen, die emig-                                                    mit der Zeit vor der Emigrati-
      riert sind, in ihr Herkunftsland                                                on? Nach dem Ende des Nati-
      –  auch  wenn  der  Begriff  nun                                                onalsozialismus kehrten nur
      seit den 2010er-Jahren von                                                      sehr wenige jüdische Überle-
      Rechten  instrumentalisiert                                                     bende nach Deutschland zu-
      und missbräuchlich verwen-                                                      rück. Für ehemalige jüdische
      det wird. Besonders nach dem                                                    Ärztinnen und Ärzten war der
      Zweiten Weltkrieg gewann der                                                    Weg zurück beschwerlich,
      Begriff  für  jüdische  Rückkeh-                                                denn es herrschte nach wie
      rende ins „Land der Täter“ an                                                   vor  massives  Misstrauen  ih-
      Bedeutung, auch wenn die Re-                                                    nen gegenüber, und die Be-
      migration jüdischer Menschen                               Foto: DEGAM/Antje Boysen  dingungen  für  einen  berufli-
      nach Deutschland statistisch                                                    chen  und  gesellschaftlichen
      selten war.                                                                     Neuanfang waren schwierig.
      „Das Leere Sprechzimmer“, ein Erinnerungsprojekt der Deut-  Diese Ausstellung wurde erstmals beim DEGAM Kongress vom
      schen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin   1. bis 3. Oktober 2025 in Hannover gezeigt: In dieser Ausstel-
      (DEGAM) setzt sich bewusst mit diesem Begriff, dem Phänomen   lung wird auf die drei nach Hannover zurückgekehrten Ärzte
      und den vielen damit verbundenen Fragen auseinander – mit  Felix Bachmann (Regierungsmedizinalrat), Hans Meyer (nieder-
      dem Fokus auf jüdischen Ärztinnen und Ärzten. Wenn eine „Re-  gelassener praktischer Arzt) und Bruno Valentin (Orthopäde,
      migration“ eine Emigration voraussetzt. Wie sprechen wir über   Chirurg) genauer eingegangen. Außerdem wird die Rückkehr
      diejenigen, die innerhalb des Herkunftslandes vertrieben wur-  von Ingeborg Rapoport (Kinderärztin, Neonatologin) in die DDR
      den? Wie sprechen wir über diejenigen, die deportiert wurden?  dargestellt und ihre Kinder kommen hierzu zu Wort.
      Ist „Emigration“ das passende Wort – oder wäre es nicht eher
      Flucht? Wenn wenig jüdische Menschen remigriert sind, sind es   Die Ausstellung ist vom 8. April 2026 bis 8. Mai 2026 für Besu-
      dann individuelle Einzelschicksale oder lassen sich daraus Mus-  cher zu den Öffnungszeiten der Ärztekammer M-V, August-
      ter ableiten? Können wir überhaupt von „Rückkehr“ sprechen,  Bebel Str. 9a, 18055 Rostock, geöffnet.
                                                                                                           T. M.


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        Jetzt einen Platz reservieren zum Tag der Begegnung

        Am Montag, den 4. Mai 2026, findet der nächste Tag der Begegnung für alle Ärzteseniorinnen und -senioren im Hörsaal der
        Ärztekammer M-V (August-Bebel Str. 9a, 18055 Rostock) statt. Beginn ist wie gewohnt um 14 Uhr. Das Programm wird in der
        kommenden Ausgabe des Ärzteblattes veröffentlicht. Bei Interesse wird um Anmeldung gebeten, da sonst kein Sitzplatz im
        Hörsaal garantiert werden kann; Telefon: 0381 49280-0.




      AUSGABE 3/2026 36. JAHRGANG                                                                            Seite 99
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