Page 5 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Januar-Ausgabe 2025
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EDITORIAL
Es war ein Arbeitsauftrag dieser Kammerversammlung, sich fragt – ein Statement auch von der Kammer erwarten (hier
mit der persönlichen Eignung für eine Weiterbildungsbefugnis zum KHVVG, siehe S. 12). Wir stehen mehr für fachliche Prü-
zu beschäftigen. Der Ausschuss hat verantwortungsvoll gear- fung, Auswirkungsanalyse und das Gespräch vor Entscheidun-
beitet, diskutiert und geliefert – wir haben zusammen eine gen. Und genau da sind wir angelangt und wir werden weiter-
Regelung konsentiert, die nun den Antrag auf eine WBB verän- hin die Interessen der gesamten Ärzteschaft vertreten, damit
dern wird und Anhaltspunkte dafür liefert, wann eine persön- Entscheidungen für M-V besser werden. Da haben wir etwas
liche Eignung in Frage gestellt wird. Diese Punkte werden zu suchen! Es gibt keine Ärztegruppe, die nicht von den Refor-
transparent veröffentlicht. men betroffen wäre – hier müssen wir versuchen, die Reform
auf M-V hin zu reformieren. Niedergelassene und stationäre
Verantwortung für Rechtssicherheit Versorgung gegeneinander auszuspielen, wird nicht funktio-
nieren. Wir haben Verantwortung für unsere Patienten – und
Bereits im letzten Jahr haben wir begonnen und nehmen un- es gehört genau zu dieser Verantwortung auch Ehrlichkeit
sere Verantwortung für die rechtssichere Ausübung und Ge- dazu, negative Entwicklungen und Veränderungen in der Ver-
staltung unseres Berufes wahr. Ausgehend von einem not- sorgungsstruktur zu kommunizieren.
wendigen, den Kinderschutz betreffenden Änderungsbedarf Ein Denkanstoß zur Diskussion: Wenn alle Standorte der Kran-
haben wir in einem Omnibusprinzip mit erheblichem Arbeits- kenhäuser bestehen bleiben – dann ist aus politischer Sicht
aufwand Änderungsbedarfe formuliert, die das Heilberufsge- viel erreicht und mancher wird sich auf die Schulter klopfen.
setz MV für die nächsten Jahre modernisieren werden. Auf Doch was passiert, wenn aufgrund der Zuordnung von Leis-
Arbeitsebene werden diese bereits bearbeitet – unsere Sorge tungsgruppen die Weiterbildung unattraktiv wird, Personal-
ist, dass wir dieses Gesetz nicht mehr in dieser Legislaturperi- stellen nicht besetzt werden können und die Finanzierung
ode novellieren – dann wäre es wie bei Monopoly – gehe zu- trotz Vorhaltung schwierig wird? Und wenn nach zwei Jahren
rück zum Start und fange neu an! Ich möchte hier sehr deut- das Krankenhaus vom Netz geht oder irgendein Gesund-
lich an die Verantwortung der Politik Ihres Hauses appellieren heitszentrum ohne Ärzte wird? Lassen Sie uns verantwor-
– liebe Frau Ministerin! tungsvoll in diese Zeit der Veränderungen gehen!
Verantwortung in der Politik Nach diesen Worten erhielt die Gesundheits- und Sozialminis-
terin unseres Landes die Gelegenheit, ihre Vorstellungen im
Haben wir da etwas zu suchen? Nun ist es so, dass wahr- Grußwort darzulegen.
scheinlich alle – zumindest der NDR hat nochmals nachge- Dr. Jens Placke
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