Page 12 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Februar 2026
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AUS DEM VORSTAND
Ärztekammer fordert Finanzierung der
Weiterbildung in Mangelfächern
Im Rahmen der Verbandsanhörung* zum Gesundheitsunter- cher Teil der Kammermitglieder bereits über 60 Jahre alt. So
stützungsgesetz hat sich die Ärztekammer M-V noch einmal für zählen rund 37 Prozent der Hausärzte, 47 Prozent der Augen-
eine gezielte Förderung der Weiterbildung in Mangelfächern ärzte und 43 Prozent der Dermatologen zu dieser Altersgruppe.
nach dem Vorbild der Allgemeinmedizin, den Ausbau von Wei- Gleichzeitig wächst der Versorgungsbedarf durch eine zuneh-
terbildungsverbünden sowie eine stärkere Forschungsförde- mend älter werdende Bevölkerung, die häufiger multimorbid
rung ausgesprochen. Darüber hinaus müsse die Abwanderung ist und aufgrund eingeschränkter Mobilität in besonderem
von zuvor zugewanderten – insbesondere ausländischen – Maße auf eine wohnortnahe medizinische Betreuung angewie-
Fachärzten reduziert werden. In diesem Bereich sieht die Ärzte- sen ist.
kammer ein bislang unzureichend ausgeschöpftes Potenzial, Die Ärztekammer sieht die geplanten Regelungen zur Studien-
das angesichts der hohen Fluktuation besser genutzt werden platzvergabe, die darauf hinauslaufen sollen, dass die Absol-
müsse. venten u. a. der Humanmedizin im Land bleiben, durchaus po-
Außerhalb der vier größten Städte mit Maximalversorgern (Ros- sitiv. Derzeit verlassen etwa zwei Drittel der Neuapprobierten
tock, Greifswald, Schwerin, Neubrandenburg) ist ein erhebli- das Bundesland kurz nach der Approbation, was aus Sicht der
Kammer auch mit dem vergleichsweise geringen Anteil von
Landeskindern unter den Studierenden zusammenhängt.
+ Die Verbandsanhörung ist ein regelhafter Prozess im Gesetzgebungsverfahren auf al-
len politischen Ebenen, womit die Zivilgesellschaft in das Verfahren einbezogen wer-
den soll. Dabei werden betroffene Gruppen, Organisationen und Verbände zu den
Entwürfen von Gesetzen von den Parlamentariern angehört. K.S.
AUS DER KAMMER
Hilfsangebote für von Gewalt betroffenen
Ärztinnen und Ärzte
Nach einer Umfrage unter allen berufstätigen Ärztinnen und www.aek-mv.de/Ärztin und Arzt oder über
Ärzten unserer Kammer hat mehr als jede/r Zweite in M-V be- den QR-Code.
reits in irgendeiner Form Gewalt erlebt (siehe dazu die ausführ- Aktuell bemüht sich die Bundesärztekammer
liche Auswertung im Ärzteblatt 12/2025). In einer Pressekonfe- um ein bundesweit einheitliches Meldepor-
renz haben der Präsident Dr. Jens Placke und Vizepräsident tal, über das betroffene Ärztinnen und Ärzte
Prof. Johannes Buchmann gegenüber den Medien verschiede- Vorfälle einfach und unbürokratisch melden können. Es befin-
ne Maßnahmen angesprochen, um unsere Ärzte vor gewalttä- det sich derzeit in der Erprobungsphase. Das Portal dient
tigen Angriffen, sei es physischer, psychischer oder sexualisier- nicht nur als Grundlage zur Erhebung von Datenmaterial, son-
ter Gewalt, zu schützen bzw. darauf zu reagieren. dern soll später auch nützliche Erweiterungen erfahren.
Nun haben wir im ersten Schritt auf unserer Homepage um- Parallel dazu haben MFA noch bis zum 31. März die Möglich-
fangreiche Unterstützungsmöglichkeiten und Informationen keit sich an der Umfrage gegen Gewalt, die sich speziell ge-
zu Themen wie Hausverweis und -verbot, Aufhebung der gen med. Fachpersonal wendet, zu beteiligen. Sie finden den
Schweigepflicht im Notfall, Vorgehen bei ungerechtfertigten QR-Code dazu auf Seite 95 oder über unsere Startseite unter
Google-Rezensionen, aber auch Kontaktmöglichkeiten für www.aek-mv.de.
Betroffene zusammengestellt. Sie finden die Hinweise unter K.S.
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