Page 12 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Januar-Ausgabe 2025
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AKTUELLES
Die Krankenhäuser sind auch eine unverzichtbare Säule der M-V alle Krankheitsbilder behandelt werden können. Dies ist
ärztlichen Weiterbildung und auch unter diesem Aspekt als zum Wohle der Patienten und auch für eine effektive Weiter-
„notwendig“ zu betrachten – sowohl für die Aufrechterhaltung bbildung der nachfolgenden Ärztegenerationen erforderlich.
des Klinikbetriebs als auch für den Generationswechsel in den
Praxen. Eine Reform der Krankenhausstruktur und Krankenhausfinan-
zierung war überfällig. Die kommende Reform wird auch M-V
Kriterium „Zweckmäßigkeit“ vor Herausforderungen stellen. Das KHVVG wird auf Bundes-
ebene aber die Grundlage für die nächsten Jahre.
Die Maßnahmen und Leistungen müssen den medizinischen Damit die positiven Aspekte des KHVVG zur Geltung kommen
Zweck erfüllen, ohne über das Ziel hinauszuschießen. Ineffizi- können, müssen aber auf Landesebene noch Nacharbeiten an
ente Strukturen und Behandlungen sollten vermieden werden. den negativen Aspekten erfolgen. Dazu brauchen wir die Ko-
In Ballungszentren oder anderen Regionen mit einer überpro- operation der Ärzteschaft mit dem Land, der Krankenhausge-
portionalen Dichte an Krankenhäusern sollten unnötige Struk- sellschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung.
turen abgebaut werden, um Ressourcen besser zu nutzen. Als Ärztekammer werden wir uns sektorverbindend dafür ein-
Hochkomplexe Eingriffe könnten auf wenige, dafür besser aus- setzten, dass die ärztliche Weiterbildung und die Patientensi-
gestattete Krankenhäuser konzentriert werden. Hochspeziali- cherheit neben der Wirtschaftlichkeit in der Umsetzung des
sierte Leistungen müssen zentralisiert sein. Spezialistentum, KHVVG ihren Platz finden.
das nicht regelmäßig abgefragt wird, ist bald kein Spezialisten-
tum mehr. Es muss gewährleistet sein, dass flächendeckend in Dr. Fabian Holbe
Unterstützung schafft Perspektiven
Ärzte können den eigenen Nachwuchs fördern
Am 1. Oktober 2024 hat der inzwischen 14. Bewilligungszeit- Leiterin vom Team Deutschlandstipendium der Universität Ros-
raum des Deutschlandstipendiums begonnen. Mit dem tock.
Deutschland stipendium werden Studierende gefördert, de- Die teilnehmenden Institutionen können entweder ein unge-
ren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Be- widmetes Stipendium stiften, welches allen Studierenden der
ruf erwarten lässt. Neben besonderen Erfolgen in Schule und/ Universität Rostock zur Verfügung steht, oder direkt den eige-
oder Studium zählt die Bereitschaft, im sozialen Umfeld Verant- nen Nachwuchs fördern. Zu diesem Zweck gibt es die Option,
wortung zu übernehmen. In Mecklenburg-Vorpommern betei- das Stipendium einer bestimmten Fakultät, wie der Universi-
ligen sich neben den beiden Universitäten die Hochschulen in tätsmedizin, einer Fachrichtung oder Zielgruppe wie den Erst-
Wismar, Stralsund und Neubrandenburg an dem Programm. akademikern zu widmen. Das Deutschlandstipendium ermög-
Das Stipendium wird durch private Förderer zunächst für ein licht den Fördernden, ihrem lokalen Standort etwas zurückzu-
Jahr gestiftet. Ärzte, Kliniken und Praxen können durch das geben und gleichzeitig in die eigene Zukunft zu investieren.
Programm engagierte Nachwuchstalente unterstützen. Der Bund besitzt Kapazitäten, um mehr Stipendien nicht nur an
Die Stipendien in Höhe von 300 Euro pro Monat werden je zur der Universität Rostock mitzufinanzieren. Auch nach dem Start
Hälfte von privaten Fördernden (Unternehmen, Vereinen und des Bewilligungszeitraums am 1. Oktober 2024 können sich in-
Privatpersonen) und dem Bund finanziert. In Rostock bewer- teressierte Praxen oder Einrichtungen noch für eine Förderung
ben sich in jedem Jahr um die 100 Studierende aus der Medizin. entscheiden.
Dem gegenüber stehen aktuell nur drei gewidmete Stipendien. Weitere Informationen und Kontakte für Ihr Engagement finden
„Da besonders an der Medizinischen Fakultät die Diskrepanz zwi- Sie auf der Website der Universität. (www.uni-rostock.de/
schen leistungsstarken und engagierten Studierenden und der deutschlands tipendium)
Förderungen eklatant ist, begrüßen wir mit Freude jeden neuen Pressemitteilung der Universität Rostock
Förderer in unserem Netzwerk.“ unterstreicht Anja Klütsch, die (bearbeitet von W.S.)
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