Page 13 - Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Januar-Ausgabe 2025
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AUS DEM VORSTAND
Information des Vorstandes
Liebe Kammermitglieder,
in der Frühjahrskammerversammlung am 20.4.24 wurde beschlossen, dass:
1. alle altersberenteten Ärzte der ÄK MV (unabhängig vom Alter)
2. alle altersberenteten Ärzte der ÄK MV die Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit beziehen
zum Beitrag zu veranlagen sind.
Der Vorstand wird beauftragt, bis zur Kammerversammlung im Herbst 2024 eine entsprechende Änderung der Beitrags-
satzung vorzubereiten.
Dazu wurde im Ärzteblatt MV berichtet (Ärzteblatt M-V 2/2024, Seite 55). Der Vorstand kam diesem Auftrag nach und stellte auf der
am 23.11.24 erfolgten Herbstkammerversammlung einen entsprechenden Vorschlag vor. In diesem enthalten war die Beitragser-
hebung für alle Kammermitglieder unabhängig vom Lebensalter mit dem Mindestbetrag gemäß §3 der Beitragssatzung (26€).
Weiter enthalten in diesem Vorschlag war auftragsgemäß die Beitragserhebung für Einkünfte aus ärztlicher Tätigkeit nach Errei-
chen des Rentenalters (s.o.).
Nach erneuter intensiver Diskussion sowohl unter dem Gesichtspunkt der Generationengerechtigkeit als auch dem Verhältnis von
Aufwand und Nutzen einer solchen Beitragserhebung kamen die Kammerversammlungsmitglieder nun zu dem Entschluss (18 Ja,
32 Nein, 2 Enthaltungen) auf eine Beitragserhebung von altersberenteten Kolleginnen und Kollegen generell zu verzichten.
Eine Beitragserhebung altersberenteter Ärzte der ÄK MV wird nicht eingeführt.
Rostock, den 25.11.24
Johannes Buchmann Jens Placke
Vizepräsident der ÄK MV Präsident der ÄK MV
LESERBRIEF
Leserbrief
zum Artikel „Time Toxicity“ im Ärzteblatt Ausgabe 12/2024, S. 438
Die Überlegungen, die zu solchen Untersuchungen und zu die- Und zweitens muss bedacht werden, dass es kaum allgemein-
sem Artikel führten, sind sehr interessant. Dennoch sollten da- gültig zu definieren ist, was lebenswerte Zeit ist.
bei zwei Punkte bedacht werden: Ist es die Freizeit, die wir haben – kulminierend in erfüllten Rent-
Erstens, dass ihnen statistische Zahlen zugrunde gelegt werden. nertagen der deutschen Oberschicht?
Im tatsächlichen Leben kann es ganz anders aussehen. Oder ist es die Zeit, in der wir arbeiten (müssen?).
Wie wir alle wissen, besteht das tatsächliche Leben aus einer Sind es für die Kinder Heiligabend?
ganzen Wolke von Möglichkeiten, die unter sich einen theoreti- Oder ist es in Wahrheit für sie die Vorweihnachtszeit?
schen Mittelwert bilden. Aber niemand weiß wirklich zuverläs- Wir lesen immer wieder von Schicksalen, in denen Menschen
sig, wo er sich ganz persönlich innerhalb dieser Wolke befindet kaum Zeit für sich selbst fanden, weil ihr Leben ausgefüllt war
– und erst recht nicht, wo er sich in einer bestimmten Zeit befin- mit Arbeit und Mühen. Hatten sie kein lebenswertes Leben? Ich
den wird. Deshalb kann es (post ex betrachtet) für einen Patien- glaube, sie selbst stellten sich die Frage meistens gar nicht. Sie
ten, der nicht länger überlebte als die Tage, die er in Kliniken haben einfach gelebt.
zugebracht hat, dennoch sinnvoll gewesen sein, in diese Tage zu
investieren. Denn ebenso hätte es sein können (und das war na- Wir wissen nicht, ob die Tage eines unheilbar Kranken, die er in
türlich sein Kalkül), dass er zu denen gehören würde, die dann in Krankenhäusern zubringt, für ihn nicht doch Leben bedeuten.
der Verteilungskurve ganz rechts zu liegen kommen – also sehr
viel an schöner Lebenszeit gewonnen hätten. Dr. Thomas Müller (Waren / Müritz)
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